12 Januar 2018

Wellenausrichtung mit 4 verschiedenen Messmethoden

Mit dem Neuzugang Easy-Laser® XT660 in der XT-Generation erhalten Sie Zugriff auf vier verschiedenen Messmethoden zur Wellenausrichtung. Jede Methode besitzt ihre ganz eigenen Vorteile. Erfahren Sie mehr darüber, wie sie sich am besten nutzen lassen!

Bei den vier Messmethoden handelt es sich um 9-12-3, EasyTurn™, Mehrpunkt und kontinuierliche Werterfassung. Jede einzelne wird separat beschrieben, damit Sie sie optimal nutzen können.

Shaft alignment clock

Die Rotation der Messeinheiten um die Welle wird in der Regel mithilfe von Uhrzeigerpositionen beschrieben: 9,12, 3 und 6.​

Methode 1: 9-12-3

Die Uhr-Methode bzw. 9-12-3 ist der Ausgangspunkt aller Wellenausrichtungen. Wer sich mit analogen Messuhren auskennt, wird diese Methode verstehen. An jeder Welle wird eine Messuhr angebracht. Die Messwerte werden an drei verschiedenen Punkten erfasst, die den Zeigerstellungen 9-12-3 auf einer Uhr oder der Gradeinteilung 0-90-180 auf einem Kreis entsprechen. Dies basiert auf geometrischer (und trigonometrischer) Mathematik. Die mathematische Annahme lautet, dass wir durch die erfassende Messung des Halbkreises herausfinden können, wie der gesamte Kreis aussieht und somit die Kreismitte (Rotationszentrum) für beide Wellen bestimmen können. Diese Mitten können dann miteinander verglichen werden. So lässt sich berechnen, wie gut die Maschinen aufeinander ausgerichtet sind. Mit einem laserbasierten Messsystem erhalten wir eine direkte Rückmeldung über die Maschineneinstellung in Echtzeit.

Shaft alignment 1-2-3 clock method
Messmethode 9-12-3 – Ausgangspunkt aller Wellenausrichtungen.

Wann sollte diese Methode verwendet werden? Im Prinzip ist sie stets anwendbar, sobald die Wellen frei zugänglich rotiert werden können und keine anderen physischen Hindernisse vorliegen, die die Messung in den Positionen 9-12-3 beeinträchtigen. Einschränkend ist hinzuzufügen, dass die Messeinheiten so genau wie möglich in den Stellungen 9-12-3 positioniert werden müssen und dass dabei nicht die integrierten Neigungsmesser benutzt werden, um die Position zu berechnen (in anderen Worten: diese Prüfung obliegt Ihnen).

Jedoch gibt es eine Anwendung, bei der die 9-12-3-Methode verwendet werden muss: bei der Wellenausrichtung an Bord eines im Wasser liegenden Schiffes. Die Neigungsmesser können sich nämlich den Wellen- und Schiffsbewegungen anpassen und die Messwerterfassung möglicherweise beeinträchtigen. Daher empfehlen wir die 9-12-3-Methode bei Abschaltung der Neigungsmesser.

Methode 2: EasyTurn

Easy Turn ist eine einzigartige Weiterentwicklung der 9-12-3-Methode, bei der Sie eine beliebige Uhrposition (d.h. eine beliebige Inklinometerposition) für den Beginn der Datenerfassung frei wählen können. Mithilfe der zugrunde liegenden Mathematik lässt sich sogar der gesamte Messbereich auf 40° Gesamtumdrehung begrenzen. In der Praxis bedeutet dies, dass Sie diese Methode verwenden können, wenn Sie die Maschine nur in begrenztem Umfang rotieren können z.B. aufgrund von Platzmangel im Wellenbereich.

Diese Methode dient als Standardeinstellung für die meisten Easy-Laser-Wellenausrichtungssysteme (außer beim XT660, das eine kontinuierliche Werterfassung als Standardmethode verwendet, siehe unten).

 Shaft alignment EasyTurn method

Die Messmethode EasyTurn erlaubt einen Abstand von bis zu 20° zwischen den Messpunkten. Sie ist gut geeignet, wenn Maschinenschutz oder Rohrleitungen präzise Positionen gemäß der Uhr-Methode verhindern.

Methode 3: Mehrpunkt

Die Mehrpunkt-Methode ist eine Weiterentwicklung des EasyTurn-Verfahrens. Bei der Mehrpunkt-Methode können die Messwerte an jeder beliebigen Uhrposition erfasst werden. Die gesamte Erfassung erfolgt bei einer geringen Drehung von 40°. Wie der Name bereits suggeriert, erlaubt diese Methode die Erfassung von mehr als drei Punkten.

Dies ist von Vorteil, wenn Sie größere Maschinen messen, bei denen sich die Wellen nur schwer rotieren lassen. Erfassen Sie mehrere Messwerte über eine kürzere Rotation, um die mathematische Wahrscheinlichkeit für exakte Messwerte zu erhöhen. Diese Methode erlaubt ebenfalls eine qualitative Auswertung der Messreihe. Die Auswertung berücksichtigt u.a. Temperaturschwankungen, Messrichtung und Anzahl von Messpunkten.

 
Shaft alignment multipoint method

Bei der Mehrpunkt-Methode wird eine Vielzahl von Punkten um die Welle registriert. Damit ist eine Auswertung der Messqualität möglich.

Methode 4: Kontinuierliche Werterfassung

Die kontinuierliche Werterfassung lässt sich als Mehrpunkt-Methode mit automatisch fortlaufender Messwerterfassung beschreiben. In der Praxis bedeutet dies, dass die Messwerte kontinuierlich erfasst werden, während die Messeinheiten in Bewegung sind. Sie starten dabei die Messwerterfassung (bei beliebiger Uhrzeigerposition/beliebiger Inklinometerposition) und drehen dann die Wellen in eine Richtung, ohne anzuhalten. Fahren Sie so lange fort, bis Sie ausreichende Messwerte erfasst haben, um eine qualitativ einwandfreie Berechnung zu erzielen. (Die Qualitätsauswertung erfolgt wie bei der Mehrpunkt-Methode.)

 
Shaft alignment continuous sweep method
Die kontinuierliche Werterfassung wird vorzugsweise dann eingesetzt, wenn es schwierig ist, die Maschinen anzuhalten, um die Messwerte zu registrieren.

Nach Abschluss wird das Rotationszentrum der Wellen berechnet und grafisch mithilfe von Abbildungen und Text präsentiert. Diese Methode wird erfolgreich verwendet, wenn sich die Maschinen sich nur schwer anhalten lassen, um stationäre Messpunkte zu erfassen, z.B. bei der Ausrichtung großer Turbinen.

Wir hoffen, dass Sie hiermit einen besseren Überblick über die verschiedenen Messmethoden und deren optimalen Einsatz erlangt haben. 


Die App Easy-Laser XT Alignment kann zu Testzwecken kostenlos im App Store und in Google Play heruntergeladen werden. Weitere Informationen finden Sie hier.

 

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